Das Licht (Der Dienstag dichtet)

Heute mal ein etwas ernsteres und vor allem auch persönlicheres Gedicht über eine Freundin von mir, die an einer Essstörung leidet und ziemlich plötzlich aus unserem Alltag gerissen wurde. Diese Krankheit mitanzusehen, aber nichts unternehmen zu können ist ein Gefühl von unerträglicher Hilflosigkeit ………

Auf einmal ist sie fort. 
Niemand kann sie aufhalten. 
Nichts mehr übrig von ihr. Nur noch Haut und Knochen.
Bringt mich weg von diesem Ort,
an dem alles nach ihr schreit und züngelnd die Kälte Besitz von dir ergreift.
Niemand weiß wohin. Wo die Gefahr steckt. Der Tod. So verlockend wie noch nie. 
Er flüstert ihr mit ertränkender Stimme ins Ohr. Er zwingt sie in die Knie. 
Kann nicht atmen. Kann nicht denken. Tausend Richtungen. 
Kontrollverlust. Kann nicht lenken. 
Ist es meine Schuld? Hätte ich sie retten können? Hätte ich es bloß gesehen. 
Hätte ich es ändern können? Aber sie muss es sich selbst eingestehen.
Ist es irgendjemand schuld, wenn ein Mensch zusammenbricht
nicht mehr weiterkommt, nicht mehr deinen Vorstellungen entspricht?
Doch es ist meine Pflicht schlichte Einsicht zu vermitteln,
denn nur sie bringt am Ende des Tages das Licht.

4 Gedanken zu “Das Licht (Der Dienstag dichtet)

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